Tag gegen Menschenhandel

Heute am 30.7. ist internationaler Tag gegen Menschenhandel. Menschenhandel ist eine extreme Form der Ausbeutung, die es auch in Deutschland leider immer noch gibt. Die Opfer werden oft in die Prostitution gezwungen oder müssen in Schlachthöfen, wie zum Beispiel Tönnies, in der Landwirtschaft, der Gastronomie oder auf dem Bau arbeiten.
Für gewöhnlich werden die Arbeitsverhältnisse durch Täuschung oder Zwang geschlossen. Die Menschen werden mit einfach verdientem Geld und der Hoffnung auf ein besseres Leben gelockt, um dann zu Betroffenen zu werden, die von anderen abhängig sind und ausgebeutet werden.
Dabei gibt es verschiedenen Formen der Ausbeutung, die von Zwangsprostitution über Zwangsarbeit reichen bis hin zu moderner Leibeigenschaft und Sklaverei. In Europa leiden schätzungsweise 600.000 Menschen unter diesen Formen moderner Sklaverei, weltweit sollen es 21 Millionen sein. Dabei werden geschätzt 150 Milliarden Dollar durch die Ausbeutung der Menschen erwirtschaftet.
Menschen die Opfer von Menschenhändler:innen werden sind meistens arm und befinden sich in einer sozialen prekären Situation. Oft ist es der Ruf nach schnellem Geld der in die Falle führt. Gerade junge Frauen* bewerben sich auf vorgetäuschte Stellenangebote. Sie reisen von ihrem Heimatland zum Beispiel nach Deutschland und werden dann mit Drohungen, Erpressung oder roher Gewalt zur Prostitution gezwungen.
Männer* müssen oft mit Gleichgesinnten in Wohnungen unter menschenunwürdigen Bedingungen leben und dafür horrende Mieten bezahlen, obwohl sich die Wohnungen in sanitären und hygienisch katastrophalen Zuständen befinden. Sie kommen oft nicht mehr aus der Abhängigkeit heraus, da ihnen immer wieder erzählt wird, dass sie noch Schulden für Unterkunft und Verpflegung ausgleichen müssen. Oft handelt es sich um illegal ins Ausland geschmuggelte Menschen, die wie Gefangene leben müssen ihre Pässe abgeben mussten, was eine komplette Abhängigkeit zu den Menschenhändler:innen ausmacht.
In Afrika und Lateinamerika kommen auf Migrationsrouten als weitere Gefahr systematische Entführungen hinzu. Die Entführer:innen foltern und misshandeln ihre Opfer und verlangen hohes Lösegeld. Gerade auch Geflüchtete fallen den Entführer:innen und Menschenhändler:innen regelmäßig zum Opfer und werden unter menschenunwürdigen Bedingungen ausgebeutet.
Um diese kriminellen Menschenhändler:innen strafrechtlich zu verfolgen und Menschen vor Menschenhandel zu schützen wurden in den letzten Jahrzehnten auf internationaler Ebene viele Abkommen geschlossen.
Das Problem liegt darin diese Abkommen durchzusetzen, da viele Regionen, die von Entführungen und Menschenhandel betroffen sind, destabilisiert sind. Aber auch aufgrund fehlender Rechtsstaatlichkeit oder Korruption kommt es dazu, dass diese Abkommen oft nicht umgesetzt werden.
Daher ist eine starke Justiz mit effektiven Strafverfolgungsbehörden und Gerichten sehr wichtig. Menschenhändler:innen müssen vor Gericht gestellt werden und Opfern muss geholfen werden.
Es sollte uns allen ein großes Anliegen sein, in der Arbeit der Bundesregierung und vor allem der Arbeit der EU-Kommission eine wichtige Rolle spielen aktiv etwas gegen Menschenhandel zu unternehmen!

Ein Blogbeitrag von David Cuervo Müller. David ist stellvertretender Vorsitzender der Jusos Rheinland und Vorsitzender der Jusos im Eifelkreis Bitburg-Prüm.